Beauftragte der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten und Bevollmächtigte für Pflege

Festakt würdigt 20 Jahre Pflegeversicherung

 Staatssekretär Karl-Josef Laumann
Staatssekretär Karl-Josef Laumann

Auf Einladung des Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung, Staatssekretär Karl-Josef Laumann, haben rund 160 Gäste aus Politik, Gesundheitswirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft auf einem Festakt in Berlin die 20-jährige Geschichte der Pflegeversicherung gewürdigt. Daran teil nahmen u. a. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe und der "Gründungsvater" der Pflegeversicherung und ehemalige Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung, Dr. Norbert Blüm. Alle Anwesenden waren sich dabei einig: Ohne die Pflegeversicherung ginge es den Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen heute deutlich schlechter. Angesichts der Herausforderung des demografischen Wandels gelte es nun, das Erfolgsmodell so weiterzuentwickeln, dass auch in Zukunft eine menschenwürdige Pflege ermöglicht wird.

Laumann fordert "gesellschaftliche Wende" 

Staatssekretär Laumann betonte in seinem Vortrag, mit der Einführung der Pflegeversicherung im Jahr 1995 habe man die richtige Entscheidung getroffen, den freien Wettbewerb verschiedener Pflegeleistungsanbieter zuzulassen. Dadurch sei in der Pflege eine vielfältige Angebotslandschaft entstanden, die sich an den Bedürfnissen der Menschen orientiere. Zudem könne man stolz darauf sein, dass rund zwei Drittel der mehr als 2,6 Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland zu Hause von ihren Angehörigen versorgt und betreut würden. Dies zeige die hohe Bereitschaft der Menschen, für ihre Angehörigen einzustehen.

Mit Blick auf die anstehenden Herausforderungen warb Laumann zugleich für eine "echte gesellschaftliche Wende". Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf müsse auch im Hinblick auf die Pflegebedürftigkeit gestärkt werden. "Das, was bei dem Aufbau der U3-Betreuung möglich war, muss vergleichbar auch bei Versorgung und Betreuung unserer Pflegebedürftigen möglich sein. Mit der Verdoppelung der Mittel für die Tages- und Nachtpflege zum 1. Januar 2015 und dem geplanten Pflegezeitengesetz geben wir als Bundesregierung hierfür wichtige Impulse", sagte Laumann.

Darüber hinaus sprach sich der Pflegebevollmächtigte erneut für eine faire, in Tarifverträgen vereinbarte Bezahlung der professionellen Pflegekräfte aus: "Es kann nicht sein, dass die Fachkräfte in der Altenpflege im Vergleich mit anderen Fachkräften in ganz Deutschland unterdurchschnittlich verdienen. Der Wettbewerb in der Pflege muss sich darüber entscheiden, wer die beste Qualität anbietet, und nicht, wer die geringsten Löhne zahlt." 

Gröhe: Bundesregierung mit Kraftakt zur Weiterentwicklung der Pflege 

Auch Bundesgesundheitsminister Gröhe würdigte die Erfolgsgeschichte der Pflegeversicherung. "Noch vor 20 Jahren waren zwei Drittel der Pflegebedürftigen in Pflegeheimen auf Sozialhilfe angewiesen. Dank der Pflegeversicherung kommen heute über zwei Drittel der Pflegebedürftigen in den Pflegeheimen ohne Sozialhilfe aus", sagte der Minister in seiner Festrede. 

Die Bundesregierung habe sich in dieser Wahlperiode einen echten Kraftakt vorgenommen, um die Pflegeversicherung weiterzuentwickeln. Gröhe: "Wir erhöhen die Leistungen der Pflegeversicherung um 20 Prozent und passen sie noch besser an die individuellen Bedürfnisse der Familien an. Gleichzeitig gilt: Die Verantwortlichen auf allen Ebenen sind aufgefordert, durch eine angemessene Personalausstattung in Pflegeheimen, faire Vergütung, und Bürokratieabbau für attraktivere Arbeitsbedingungen in der Pflege zu sorgen." 

"Gründungsvater" Blüm dankt Mitstreitern

Blüm bezeichnete die Pflege in einer Talkrunde als "letztes großes Thema des Sozialstaats". Zugleich erinnerte er sich, wie er vor 20 Jahren gegen großen Widerstand für die Einführung der Pflegeversicherung gekämpft habe. "Ich danke auch heute noch allen, die an der Durchsetzung mitgewirkt haben. Besonders erwähnen möchte ich hier den inzwischen leider verstorbenen Karl Jung, der als Staatssekretär ganz maßgeblich an der Einführung mitgewirkt hat", erklärte Blüm. Der Wert einer Gesellschaft zeige sich auch daran, so Blüm, wie sie mit denen umgeht, die unsere Unterstützung und Hilfe brauchen. Mit der Pflegeversicherung habe Deutschland wieder einmal bewiesen, dass es Großes leisten kann.

Moderiert wurde der Festakt vom Gesundheitsexperten Hermann-Josef Arentz. Prof. Christel Bienstein (Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e. V.), Prof. Dr. Dr. Andreas Kruse (Universität Heidelberg), Lydia Neubert (Altenpflegekraft und Pflegewissenschaftlerin), Helmut Wallrafen-Dreisow (Sozial-Holding der Stadt Mönchengladbach) und Andreas Westerfellhaus (Deutscher Pflegerat e. V.) gaben mit spannenden und zugleich kurzweiligen Beiträgen ebenfalls wichtige Impulse für den Festakt. Für die musikalische Begleitung sorgte die Berlin Jazz Society.

>>> Pressemitteilung zum Festakt 

Patientenrechte

Meldungen aus dem Bereich Patientenrechte

Parlamentarische Staatssekretärin Ingrid Fischbach zur neuen Patientenbeauftragten und Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung berufen

Parl. Staatssekretärin Ingrid Fischbach
Parl. Staatssekretärin Ingrid Fischbach

Das Bundeskabinett hat in seiner heutigen Sitzung die Parlamentarische Staatssekretärin Ingrid Fischbach in das Amt der Patientenbeauftragten und Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung berufen. Sie übernimmt das Amt von Karl-Josef Laumann, der in Nordrhein-Westfalen zum Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales ernannt worden ist. Die 60-jährige Fischbach gilt als ausgewiesene Gesundheits- und Sozialpolitikerin und ist seit fast 20 Jahren Bundestagsabgeordnete im Deutschen Bundestag.

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Stabübergabe im Amt des Patientenbeauftragten und Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung

Ingrid Fischbach als Nachfolgerin von Karl-Josef Laumann vorgeschlagen

Parl. Staatssekretärin Ingrid Fischbach - Foto: Laurence Chaperon
Parl. Staatssekretärin Ingrid Fischbach - Foto: Laurence Chaperon

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe wird dem Kabinett vorschlagen, die Parlamentarische Staatssekretärin Ingrid Fischbach zur neuen Beauftragten der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten sowie zur Bevollmächtigten für Pflege zu ernennen. Sie wird damit die Aufgaben von Staatssekretär Karl-Josef Laumann übernehmen, der in die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen wechselt.

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Pflege

Meldungen aus dem Bereich Pflege

„Arbeitsbedingungen der Pflegekräfte jetzt ganz konkret verbessern“

Themenfoto Pflege

Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung schreibt allen Pflegeeinrichtungen in Deutschland

Staatssekretär Karl-Josef Laumann ermutigt die Pflegeeinrichtungen, attraktivere Arbeitsbedingungen für die Pflegekräfte zu schaffen. In einem Schreiben an alle rund 27.000 ambulanten und stationären Einrichtungen zeigt der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung Chancen auf, wie die Einrichtungen die aktuellen Pflegereformen des Gesetzgebers jetzt ganz konkret nutzen können, um verbesserte Arbeitsbedingungen zu schaffen. Dazu gehören für Laumann vor allem flächendeckend faire Löhne, weniger unfreiwillige Teilzeitbeschäftigungen und die Entbürokratisierung der Pflegedokumentation. Bei der Umsetzung dieser Ziele sei man natürlich auf die Unterstützung der Einrichtungsbetreiber und der Pflegekräfte angewiesen, wofür Laumann diesen ausdrücklich seinen Dank ausspricht.

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Sie haben Fragen zu den Veränderungen in der Pflegeversicherung?

Grafik Veränderungen Pflegestärkungsgesetz

Seit dem 1. Januar 2017 gilt in der Pflegeversicherung der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff. Das beinhaltet zahlreiche Neuregelungen. Wichtig für pflegebedürftige Menschen, die bereits nach dem alten Recht eine Pflegestufe hatten: Sie müssen nichts tun. Sie werden automatisch in das neue System und die neuen Pflegegrade übergeleitet. Sie werden durch die Veränderungen in keinem Fall schlechter gestellt, sondern erhalten Bestandsschutz. Darüber sowie über die neuen Pflegesätze werden Sie auch – falls das noch nicht geschehen ist – von ihrer Pflegekasse schriftlich informiert. Ausführliche Informationen über die Veränderungen hat das Bundesministerium für Gesundheit zudem auf seiner eigenen Internetseite, auf der Internetseite www.pflegestaerkungsgesetz.de sowie in den unten abrufbaren Broschüren zusammengestellt.

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Kontakt Projektbüro Ein-STEP

Projektbüro Ein-STEP

Einführung des Strukturmodells zur Entbürokratisierung der Pflegedokumentation

c/o IGES Institut Gmbh

Friedrichstr. 180

10117 Berlin

Tel. 030 230 809 9841

projektbuero@ein-step.de

www.ein-step.de

Entbürokratisierung d. Pflegedokumentation

Leitfaden "Wie finde ich eine gute stationäre Pflegeeinrichtung?"

Ratgeber Patientenrechte

 

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