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Patientensicherheit durch ein Never Event Register stärken

Heute hat der Medizinische Dienst Bund die Jahresstatistik 2021 zur Begutachtung von Behandlungsfehlern vorgestellt. Laut der aktuellen Behandlungsfehlerbegutachtung wurden im Jahr 2021 rund 13.000 fachärztliche Gutachten erstellt. In jedem 4. Fall wurde ein Fehler bestätigt und ein Schaden festgestellt, in jedem 5. Fall war der Fehler ursächlich für den Schaden.

Dazu erklärt Stefan Schwartze, Patientenbeauftragter der Bundesregierung: „Die aktuellen Zahlen der Medizinischen Dienste zeigen, dass wir Verbesserungen der Patientensicherheit in unserem Gesundheitssystem zwingend brauchen. Das gilt insbesondere für die sogenannten Never Events. Diese sind besonders schwerwiegende, aber vermeidbare Fehler, die im Zusammenhang mit einer medizinischen Behandlung stehen und eindeutig identifizierbar und damit messbar sind.

Ich setze mich für den Aufbau eines nationalen Registers zur anonymen Erfassung von Never Events ein. Die Daten eines solchen verpflichtenden Meldesystems, das unter anderem auch von der WHO gefordert wird, könnten die Grundlage bilden, um solche Ereignisse systematisch zu erfassen und zu analysieren. Auf Basis der Ergebnisse können notwendige Präventionsmaßnahmen abgeleitet und zudem überprüft werden, ob diese in der Praxis wirken und zur Erhöhung der Patientensicherheit führen. Vorarbeiten zur Umsetzung hat der Medizinische Dienst, aber auch das Aktionsbündnis Patientensicherheit mit entsprechenden Never Event Listen bereits vorgelegt.

Gerade in der medizinischen Versorgung werden sich nie alle Fehler vollständig vermeiden lassen. Dennoch steckt hinter jedem Behandlungsfehler ein Mensch mit einem persönlichen Schicksal. Es muss daher die oberste Priorität sein, die Patientensicherheit in der Versorgung bestmöglich sicherzustellen und Fehler so gut es geht zu vermeiden. Und wenn Fehler passieren, braucht es – neben einem verpflichtenden Never Event Register – einen ehrlichen Umgang mit der Situation und eine offene Kommunikation mit den betroffenen Patienten, um Behandlungsfehler transparent zu machen, aus ihnen zu lernen und sie in Zukunft zu vermeiden.“

Ausführliche Informationen zur Jahresstatistik 2021 stellt der Medizinische Dienst Bund unter www.md-bund.de zur Verfügung.