Beauftragte der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten und Bevollmächtigte für Pflege

Statement von Andreas Westerfellhaus, Präsident des Deutschen Pflegerats e. V. (DPR)

Reform der Pflegeausbildung: Staatssekretär Laumann stellt Aufruf „Generalistik jetzt!“ vor

am 25. Februar 2016

in der Geschäftsstelle des Patientenbeauftragten und Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung, Raum 1.11 (erstes Obergeschoss), Mohrenstraße 62, 10117 Berlin

 

(Es gilt das gesprochene Wort.)

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

dem Gesetzentwurf für eine generalistische Pflegeausbildung geht eine fast zehn Jahre lange ausführliche Diskussion voraus, bei der zahlreiche Argumente des Für und Wider eines solchen Schritts abgeklopft wurden. Vor diesem Hintergrund ist es für mich geradezu skandalös, wenn jetzt Kritiker hingehen und ein Aussetzen des gesetzgeberischen Verfahrens fordern.

Wer jetzt die Reform der Pflegeausbildung auf Eis legt, der handelt im hohen Maße fahrlässig. Damit würde das Aus für eine moderne Form der Pflegeausbildung riskiert, die wir angesichts der demografischen Entwicklungen und der damit einhergehenden Herausforderungen an den Pflegeberuf mehr denn je benötigen. Im Übrigen wissen wir alle, dass im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens noch genügend Zeit bleibt, um sich über wichtige Fragen sachlich auszutauschen.

 

Meine Damen und Herren,

der Deutsche Pflegerat steht zu seiner Forderung nach einer generalistischen Ausbildung, damit sie den hohen Anforderungen an den pflegerischen Beruf gerecht wird. Wir unterstützen ausdrücklich die Bestrebungen der Bundesregierung, diese neue Pflegeausbildung schnellstmöglich umzusetzen.

Eine Anmerkung an dieser Stelle: Die Generalistik gilt für die Profession Pflege. Verwundert bin ich daher schon, dass sich auch andere Berufsgruppen aus dem Gesundheitswesen, wie zum Beispiel auf der Ärzteseite, in die Diskussion einmischen. Andersherum würde dies wohl zu einem Sturm der Entrüstung führen. Diese Fremdbestimmung über die professionell Pflegenden muss endlich ein Ende haben.

In der generalistischen Pflegeausbildung mit der Zusammenführung der drei Pflegefachberufe „Altenpflege“, „Gesundheits- und Krankenpflege“ und „Gesundheits- und Kinderkrankenpflege“ sehen wir einen Meilenstein, mit dessen Hilfe die berufliche Entwicklung der Pflegeberufe in Deutschland sowie das Selbstverständnis der professionell Pflegenden gefördert wird. Beides sind Positionen, die seit langem aus der Pflege selbst kommen. Insbesondere das Letztere wird in der Diskussion häufig übersehen.

Angesichts der Herausforderungen, die an die Pflege gestellt werden, können wir nicht alles beim Alten lassen. Viele der Generalistik zugeschriebene Folgen hätten wir im Übrigen auch, wenn wir die dringend erforderliche Reform der Ausbildung ohne Generalistik machen würden. Wir brauchen jetzt eine zukunftsfeste Reform, die nicht durch zu viele Kompromisse mit den Bedenkenträgern verwässert wird.

 

Meine Damen und Herren,

die Frage, warum es eine neue Pflegeausbildung braucht, muss mit Blick auf die geänderten Rahmenbedingungen der Pflegeberufe beantwortet werden. So nimmt die Anzahl der Pflegebedürftigen, die eine medizinisch orientierte Versorgung benötigen, in der ambulanten und stationären Altenpflege gravierend zu. Gleichzeitig werden immer mehr alte und hochbetagte Patientinnen und Patienten mit mehreren Erkrankungen und zunehmenden Alterserkrankungen, wie beispielsweise Demenz, in Krankenhäusern versorgt. Hier wird die neue Pflegeausbildung zu einer der wichtigsten Antworten auf die Herausforderungen des demografischen und epidemiologischen Wandels.

Das macht jedoch veränderte Kompetenzprofile erforderlich, die ausgebildet werden müssen. Pflege muss künftig auf Kompetenzen aufbauen, die übergreifend gelten. Sie muss sich zeitgleich mit dem Pflegebedürftig sein und dem Kranksein auseinandersetzen. Die dabei an die Pflege gestellten Aufgaben müssen unmittelbar beim hilfebedürftigen Menschen geleistet werden können.

Die Neuregelung der Pflegeberufe ist dringend geboten und wird von vielen professionell Pflegenden zu Recht gefordert. Bislang hat sich die Pflegeausbildung an den zu versorgenden Altersgruppen – Kinder, Erwachsene, alte Menschen – und an den Institutionen der Versorgung – Krankenhaus, Altenheim – orientiert. Mithilfe der generalistischen Pflegeausbildung wird es erstmals gelingen, die erforderlichen pflegerischen Kompetenzen für pflegebedürftige und kranke Menschen jeden Alters in den Mittelpunkt zu stellen.

Die Stärken und Besonderheiten der drei bisherigen Pflegefachberufe werden zu einem neuen Pflegeberuf mit einem einheitlichen Berufsabschluss zusammengefasst. Das ist etwas anderes und mehr als die Aneinanderreihung von Pflegetätigkeiten. Mit der neuen Pflegeausbildung wird endlich gesetzlich anerkannt, dass Pflege einen ureigensten Bereich hat, der als sogenannte vorbehaltene Aufgaben definiert wird. Das umfasst die Erhebung des Pflegebedarfs, die Planung der pflegerischen Versorgung sowie die Überprüfung der Pflegequalität. Dadurch wird die Qualität der Pflege gesteigert. Eine weitere Antwort auf die steigenden Anforderungen ist die hochschulische Ausbildung als zweiter Zugang zum Beruf. Damit werden neue Bewerbergruppen angesprochen.

 

Meine Damen und Herren,

die Reform der Pflegeausbildung ist eine gute Nachricht für alle professionell Pflegenden. Ihre Arbeit wird dadurch aufgewertet. Die neue Ausbildung wird zu besseren Karrierechancen und zu einer besseren Bezahlung, insbesondere in der Altenpflege führen. Durch die reformierte Ausbildung haben die zukünftigen Pflegefachpersonen zudem mehr Möglichkeiten für einen Wechsel innerhalb des Berufsfeldes. Das steigert die Attraktivität des Berufsbildes Pflege, auch hier insbesondere das der Altenpflege, und fördert den längeren Verbleib im Pflegeberuf. Dies alles sind wichtige Bausteine dafür, dass sich aufgrund der neuen Pflegeausbildung mehr Menschen für den Pflegeberuf entscheiden werden.

Ich bin mir sicher: Die neue Pflegeausbildung wird zu einem wesentlichen Baustein der Sicherung der pflegerischen Versorgung in Deutschland.

Damit bedanke ich mich für Ihre Aufmerksamkeit.

Deutscher Pflegerat e. V. (DPR)

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Patientenrechte

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Krankenkassen lehnen zu oft Mutter/Vater-Kind-Kuren ab

Parl. Staatssekretärin Ingrid Fischbach - Foto: Laurence Chaperon
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Patientenbeauftragte nimmt Verantwortliche in die Pflicht

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Parlamentarische Staatssekretärin Ingrid Fischbach zur neuen Patientenbeauftragten und Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung berufen

Parl. Staatssekretärin Ingrid Fischbach  - Foto: Laurence Chaperon
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Das Bundeskabinett hat in seiner heutigen Sitzung die Parlamentarische Staatssekretärin Ingrid Fischbach in das Amt der Patientenbeauftragten und Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung berufen. Sie übernimmt das Amt von Karl-Josef Laumann, der in Nordrhein-Westfalen zum Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales ernannt worden ist. Die 60-jährige Fischbach gilt als ausgewiesene Gesundheits- und Sozialpolitikerin und ist seit fast 20 Jahren Bundestagsabgeordnete im Deutschen Bundestag.

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Parl. Staatsekretärin Ingrid Fischbach während der Veranstaltung
Parl. Staatsekretärin Ingrid Fischbach

Die Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung Ingrid Fischbach hat heute in Berlin das erfolgreiche Entbürokratisierungsprojekt in die Verantwortung der Trägerverbände der Pflege übergeben. Mit dem Projekt www.Ein-Step.de wurde bundesweit in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen eine vereinfachte Pflegedokumentation eingeführt. Damit wird die häufig von Pflegekräften in der Altenpflege beklagte Belastung mit Bürokratie auf ein vernünftiges Maß verringert. Das neue Dokumentationsmodell steigert die Arbeitszufriedenheit und Motivation von Pflegekräften und schafft mehr Zeit für die Versorgung der Pflegebedürftigen.

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„Pflegereform macht mehr Personal in Pflegeheimen möglich“

Parl. Staatssekretärin Ingrid Fischbach - Foto: Laurence Chaperon
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Die neue Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung Ingrid Fischbach setzt sich für mehr Personal in Pflegeeinrichtungen ein. Ein häufig genannter Faktor für gute Arbeitsbedingungen ist ihrer Meinung nach eine angemessene Personalausstattung. Häufig höre Frau Fischbach von Pflegekräften oder Betreibern Klagen über Zeitdruck und Überlastung, weil nicht genügend Beschäftigte in der jeweiligen Einrichtung vorhanden sind.

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Kontakt Projektbüro Ein-STEP

Projektbüro Ein-STEP

Einführung des Strukturmodells zur Entbürokratisierung der Pflegedokumentation

c/o IGES Institut Gmbh

Friedrichstr. 180

10117 Berlin

Tel. 030 230 809 9841

projektbuero@ein-step.de

www.ein-step.de

Entbürokratisierung d. Pflegedokumentation

Leitfaden "Wie finde ich eine gute stationäre Pflegeeinrichtung?"

Ratgeber Patientenrechte

 

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