Beauftragte der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten und Bevollmächtigte für Pflege

Statement Christine Vogler, Leiterin der Gesundheits- und Krankenpflegeschule der Wannsee-Schule für Gesundheitsberufe

Generalistische Ausbildung am Beispiel einer real existierenden Bildungseinrichtung mit 15 Kooperationspartnern

– Ein Plädoyer mit Hinweisen und Empfehlungen

  • Bereits vor 15 Jahren wurde gemeinsam mit den Einrichtungen die Idee geboren, Pflegende so auszubilden, dass Sie nach der Ausbildung in allen Bereichen der Pflege arbeiten können und sich im Rahmen der Einrichtungen ihre nach Neigung “passenden” Arbeitsplätze aussuchen können.
  • Die generalistische Ausbildung erfährt im vorhandenen Ausbildungskonstrukt eine hohe Akzeptanz, sowohl bei den Auszubildenden und Lehrenden als auch bei den Partnern der praktischen Ausbildung. Die Idee, Pflege nicht nach Lebensaltern oder Sektoren aufzuteilen sondern umfassend zu sehen, trägt. Die Follow-Up Studien der letzten Jahre zeigen, dass die Absolventen in allen pflegerischen Handlungsfeldern einen Arbeitsplatz bekommen. 82 % der Befragten geben an, gut bis sehr gut auf die Praxis vorbereitet worden zu sein. Defizite werden eher in Detailbereichen beschrieben, z. Bsp: im Bereich der Intensivversorgung. Dieser Bereich wird der Weiterbildungsstruktur vorbehalten bleiben.
  • Unsere Erfahrungen: es gibt elementare Bedingungen zur Umsetzung einer generalistische Ausbildungsstruktur:
    Die strukturell-inhaltliche Vernetzung der Theorieblöcke mit den praktischen Einsätzen. Daraus folgt, dass die Ausbildungsplanung -gerade bei vielen unterschiedlichen Trägern- in der Verantwortung der Schule liegen muss.
    Inhaltliche und wirtschaftliche Nachvollziehbarkeit und Transparenz in der Einsatzplanung für die praktischen Ausbildungsträger durch festgelegte Einsatzzahlen und gleichmäßige Verteilung der Schüler/innen in den Einrichtungen.
  • Inhaltlich geht es darum, sich aus alten Denkstrukturen zu befreien und Ausbildung weniger über Vollständigkeit der Inhalte, dafür mehr über grundlegende Kompetenzen zu denken. Was müssen Pflegende in allen Pflegesettings können? Welchen Pflegesituationen und –phänomenen begegnen sie immer wieder? Diese Pflegesituationen, die typisch für ein spezielles Arbeitsfeld sind, sind dann der Ausgangspunkt für das Erlernen des Pflegeberufes.
  • Wir schaffen mit der Generalistik ein Ausbildungskonzept, welches die Gleichwertigkeit der pflegerischen Arbeitsfelder befördert. Gleichzeitig sichern wir eine professionelle zeitgemäße pflegerische Versorgung der Pflegebedürftigen. Wir müssen Anschluss halten an ein Europa, indem Pflegeausbildung an Hochschulen gelehrt und grundsätzlich in der Erstausbildung generalistisch gedacht wird. Damit wird die Attraktivität zum Berufszugang gesteigert. Die Ausbildung ermöglicht es den Absolventen, in den unterschiedlichen Pflegesettings einen Berufseinstieg zu finden und später unkompliziert zu wechseln/anerkannt zu werden. Ausbildung ist auch heute bereits exemplarisch.
  • Pflege kann mit einem neuen Berufsgesetz einen Weg in attraktive und moderne Bildungsstrukturen gehen. Wir konnten das bereits erleben und gestalten. Dazu mussten wir aber die Bildungsperspektive einnehmen, d.h. der Anspruch auf die Verwertung der Arbeitskraft des Auszubildenden muss in der Zukunft vermehrt abgelegt werden. Das Festhalten an Anrechnungsschlüsseln, Einfordern von Trägeridentität, Teilen von Verantwortung in Theorie und Praxis, bergen die Gefahr, dass wir eher Rückschritte machen, als eine moderne Ausbildungssituation zu gestalten.
  • Der Generalist ist der erste Grundbaustein für die berufliche Karriere der Pflegenden. Die zuführenden Pflege(helfer)ausbildungen und fachliche Weiterbildungsstrukturen müssen verbindlich geregelt werden.
  • Die Sorge für die Alten- Kinder- und Krankenpflege keine adäquaten Absolventen mehr zur Verfügung zu haben ist aus unserer Sicht unbegründet. Die generalistische Ausbildung führt zu hohen beruflichen Handlungkompetenzen, guten Basiskompetenzen, einer hohen Analyse- und Reflexionsfähigkeit sowie Flexibilität und hoher Motivation zu lebenslangem Lernen. Die abnehmende Praxis spiegelt uns das von Beginn an zurück.

Christine Vogler

  Gesundheits- und Krankenpflegeschule der Wannsee-Schule für Gesundheitsberufe e. V

 

 

 

 

 

 

Christine Vogler; Krankenschwester, Dipl. Pflegepädagogin; Leitung Aus-, Fort- und Weiterbildung Pflegeberufe am Wannsee Schule e.V., Studienzentrumsleitung der Hamburger Fernhochschule am Standort Berlin-Wannsee, Stllv. Vorsitzende Bundesarbeitsgemeinschaft Lehrende für Gesundheitsberufe (BLGS) e.V.  ; Vorsitzende des Landesverbandes Berlin, , Vorsitzende Landespflegerat Berlin-Brandenburg, Mitglied des Deutschen Pflegerates e.V.; Mitglied des Deutschen Bildungsrates e.V.

 

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Patientenrechte

Meldungen aus dem Bereich Patientenrechte

Parlamentarische Staatssekretärin Ingrid Fischbach zur neuen Patientenbeauftragten und Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung berufen

Parl. Staatssekretärin Ingrid Fischbach  - Foto: Laurence Chaperon
Parl. Staatssekretärin Ingrid Fischbach - Foto: Laurence Chaperon

Das Bundeskabinett hat in seiner heutigen Sitzung die Parlamentarische Staatssekretärin Ingrid Fischbach in das Amt der Patientenbeauftragten und Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung berufen. Sie übernimmt das Amt von Karl-Josef Laumann, der in Nordrhein-Westfalen zum Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales ernannt worden ist. Die 60-jährige Fischbach gilt als ausgewiesene Gesundheits- und Sozialpolitikerin und ist seit fast 20 Jahren Bundestagsabgeordnete im Deutschen Bundestag.

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Stabübergabe im Amt des Patientenbeauftragten und Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung

Ingrid Fischbach als Nachfolgerin von Karl-Josef Laumann vorgeschlagen

Parl. Staatssekretärin Ingrid Fischbach - Foto: Laurence Chaperon
Parl. Staatssekretärin Ingrid Fischbach - Foto: Laurence Chaperon

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe wird dem Kabinett vorschlagen, die Parlamentarische Staatssekretärin Ingrid Fischbach zur neuen Beauftragten der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten sowie zur Bevollmächtigten für Pflege zu ernennen. Sie wird damit die Aufgaben von Staatssekretär Karl-Josef Laumann übernehmen, der in die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen wechselt.

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Pflege

Meldungen aus dem Bereich Pflege

„Pflegereform macht mehr Personal in Pflegeheimen möglich“

Parl. Staatssekretärin Ingrid Fischbach - Foto: Laurence Chaperon
Parl. Staatssekretärin Ingrid Fischbach - Foto: Laurence Chaperon

Die neue Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung Ingrid Fischbach setzt sich für mehr Personal in Pflegeeinrichtungen ein. Ein häufig genannter Faktor für gute Arbeitsbedingungen ist ihrer Meinung nach eine angemessene Personalausstattung. Häufig höre Frau Fischbach von Pflegekräften oder Betreibern Klagen über Zeitdruck und Überlastung, weil nicht genügend Beschäftigte in der jeweiligen Einrichtung vorhanden sind.

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„Arbeitsbedingungen der Pflegekräfte jetzt ganz konkret verbessern“

Themenfoto Pflege

Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung schreibt allen Pflegeeinrichtungen in Deutschland

Staatssekretär Karl-Josef Laumann ermutigt die Pflegeeinrichtungen, attraktivere Arbeitsbedingungen für die Pflegekräfte zu schaffen. In einem Schreiben an alle rund 27.000 ambulanten und stationären Einrichtungen zeigt der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung Chancen auf, wie die Einrichtungen die aktuellen Pflegereformen des Gesetzgebers jetzt ganz konkret nutzen können, um verbesserte Arbeitsbedingungen zu schaffen. Dazu gehören für Laumann vor allem flächendeckend faire Löhne, weniger unfreiwillige Teilzeitbeschäftigungen und die Entbürokratisierung der Pflegedokumentation. Bei der Umsetzung dieser Ziele sei man natürlich auf die Unterstützung der Einrichtungsbetreiber und der Pflegekräfte angewiesen, wofür Laumann diesen ausdrücklich seinen Dank ausspricht.

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Kontakt Projektbüro Ein-STEP

Projektbüro Ein-STEP

Einführung des Strukturmodells zur Entbürokratisierung der Pflegedokumentation

c/o IGES Institut Gmbh

Friedrichstr. 180

10117 Berlin

Tel. 030 230 809 9841

projektbuero@ein-step.de

www.ein-step.de

Entbürokratisierung d. Pflegedokumentation

Leitfaden "Wie finde ich eine gute stationäre Pflegeeinrichtung?"

Ratgeber Patientenrechte

 

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