Beauftragter der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten und Bevollmächtigter für Pflege

Statement des Patientenbeauftragten der Bundesregierung, Staatssekretär Karl-Josef Laumann

Generalistik jetzt!

 

Statement des Patientenbeauftragten der Bundesregierung,

Staatssekretär Karl-Josef Laumann,

zur Pressekonferenz am 25. Februar 2016

 

– Es gilt das gesprochene Wort –

 

Staatssekretär Karl-Josef Laumann

Sehr geehrte Damen und Herren,

eine der größten Herausforderungen der Pflege in Deutschland ist es, auch in Zukunft genügend Menschen zu finden, die den anspruchsvollen und wichtigen Pflegeberuf ausüben. Um dieses Ziel zu erreichen, braucht es zeitgemäße Rahmenbedingungen. Dazu gehören zum Beispiel ein angemessener Lohn sowie eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Und dazu gehört vor allem eine moderne Berufsausbildung. Das geplante Pflegeberufsgesetz mit der generalistischen Pflegeausbildung ist hier eine einmalige Chance. Denn sie wird so schnell nicht mehr wiederkommen. Darum lautet meine klare Forderung: Wir brauchen die Generalistik jetzt!

Die neue Ausbildung wird die Attraktivität des Pflegeberufes deutlich erhöhen. Die Pflegefachkräfte können zukünftig flexibler entscheiden, in welchem Pflegebereich sie wann arbeiten möchten, anstatt sich von vornherein starr festlegen zu müssen. Sie werden dann sehen, wie vielfältig die Arbeit im Pflegeberuf ist. Das führt auch zu besseren individuellen Berufsaussichten und Aufstiegsmöglichkeiten. Zugleich werden die Arbeitgeber durch die Wahlfreiheit der Mitarbeiter dazu motiviert, attraktive Arbeitsbedingungen anzubieten, damit sich Fachkräfte für ihre Einrichtungen entscheiden. Die neue hochschulische Pflegeausbildung wird den Pflegeberuf insgesamt deutlich aufwerten und mit anderen Professionen im Gesundheitswesen auf Augenhöhe stellen. Das bietet der Pflege die Chance, endlich ihrem „Aschenputtel-Image“ zu entfliehen. Und: Das bislang noch in einigen Bundesländern in der Altenpflegeausbildung erhobene Schulgeld wird abgeschafft und jeder Auszubildende in der Pflege erhält eine angemessene Ausbildungsvergütung. Das sind wegweisende Verbesserungen, die am Ende darüber mitentscheiden, ob sich jemand für den Pflegeberuf entscheidet oder nicht.

Die Modernisierung der Pflegeausbildung ist zugleich eine absolut notwendige Anpassung an die Erfordernisse der Zeit. Der demografische Wandel macht auch nicht vor der Pflege Halt. Ganz im Gegenteil: In einer älter werdenden Gesellschaft müssen unsere Pflegekräfte in allen Versorgungsbereichen anspruchsvolle Aufgaben wahrnehmen. Im Krankenhaus werden mittlerweile in fast allen Fachbereichen ältere, demente und mehrfacherkrankte Patienten versorgt. Zugleich haben die Bewohner in den Pflegeeinrichtungen oft chronische Erkrankungen und benötigen eine umfangreiche Behandlungspflege.

Die strikte Einteilung in Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege wird diesen Anforderungen nicht gerecht. Alle Pflegekräfte brauchen heute Wissen aus allen Pflegebereichen, um ihren Job gut ausüben zu können. Die vielfältigen Tätigkeitsbereiche umfassen neben der „eigentlichen“ Pflege zum Beispiel auch die Gesundheitsförderung sowie Anleitung und Beratung. Sie lassen sich nicht mehr nur einem bestimmten Pflegeberuf zuordnen. Es geht vielmehr um tätigkeitsübergreifende Kompetenzen. Genau das ist es, was in der generalistischen Ausbildung, die auch einen persönlich gewählten Vertiefungseinsatz umfasst, gelehrt und gelernt wird. Das geplante Pflegeberufsgesetz setzt also endlich den richtigen Rechtsrahmen dafür, was ohnehin schon gelebte Praxis ist.

Verschiedene Modellprojekte haben erfolgreich gezeigt, dass die generalistische Ausbildung sinnvoll ist und funktioniert. Darüber dürfen auch nicht die Stimmen einiger Interessenvertreter hinwegtäuschen, die sich eher um eigene Pfründe und weniger um die tatsächliche Zukunftsfähigkeit des Pflegeberufs sorgen. Ihnen möchte ich klar sagen: Einzelinteressen sind nicht das Allgemeinwohl. Darum freut es mich, dass die überwiegende Mehrheit aller Berufs- und Trägerverbände der Pflege in Deutschland hinter der Generalistik steht. Das zeigt: Wir sind auf dem richtigen Weg. Diese Reform muss jetzt parlamentarisch konstruktiv beraten und beschlossen werden, damit wir eine zukunftsfähige Pflege bekommen.

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Patientenrechte

Meldungen aus dem Bereich Patientenrechte

„Monitor Patientenberatung 2016“ zeigt aktuelle Herausforderungen des Gesundheitssystems aus Sicht der Patienten auf

Staatssekretär Karl-Josef Laumann
Staatssekretär Karl-Josef Laumann

Der Patientenbeauftragte und Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Staatssekretär Karl-Josef Laumann, stellt heute in Berlin gemeinsam mit Thorben Krumwiede, Geschäftsführer der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD), den „Monitor Patientenberatung 2016“ der UPD vor. Auf der Basis von rund 94.000 Beratungen im Jahr 2016 macht dieser sehr deutlich, auf welche Probleme und Herausforderungen die Patienten im deutschen Gesundheitssystem stoßen. Besondere Beratungsschwerpunkte zeigen sich dabei unter anderem beim Krankengeld, bei Behandlungsfehlern, bei der Inanspruchnahme von Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL), beim Einsichtsrecht in die Patientenakte und bei zahnmedizinischen Leistungen.

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Neue Studie zur Bewilligung von Leistungsanträgen

Staatssekretär Laumann kritisiert gravierende Unterschiede zwischen Leistungsbereichen und Krankenkassen

Staatssekretär Karl-Josef Laumann

Staatssekretär Karl-Josef Laumann, Patientenbeauftragter und Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung, hat heute in Berlin die von ihm in Auftrag gegebene Studie „Leistungsbewilligungen und –ablehnungen durch Krankenkassen“ des IGES Instituts vorgestellt. Die Studie zeigt insbesondere, dass es bei der Bewilligung und Ablehnung von Leistungsanträgen teils erhebliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Leistungsbereichen und den unterschiedlichen gesetzlichen Krankenkassen gibt. Nach Ansicht von Staatssekretär Laumann sind diese Unterschiede größtenteils nicht nachvollziehbar und gehören unverzüglich abgestellt.

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Staatssekretär Laumann fordert Verbesserungen beim Patientenorientierten Beschwerdemanagement

Staatssekretär Karl-Josef Laumann
Staatssekretär Karl-Josef Laumann

Im Mittelpunkt unseres Gesundheitssystems müssen die Interessen der Patientinnen und Patienten stehen. Das gilt selbstverständlich auch für die Versorgung in den Krankenhäusern. Die Sichtweise der Patientinnen und Patienten und ihre Beschwerden können hier einen wichtigen Beitrag zur Qualitätssicherung leisten. Aus diesem Grund wurde 2013 mit dem Patientenrechtegesetz das Patientenorientierte Beschwerdemanagement (PatBM) verpflichtend eingeführt. Doch wie werden die gesetzlichen Vorgaben eigentlich in der Praxis umgesetzt? Das wollte auch der Patientenbeauftragte und Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Staatssekretär Karl-Josef Laumann, wissen. Er hat deshalb beim AQUA-Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen eine entsprechende Studie in Auftrag gegeben, deren repräsentative Ergebnisse nun vorliegen.

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Pflege

Meldungen aus dem Bereich Pflege

Staatssekretär Laumann: „Arbeitsbedingungen der Pflegekräfte jetzt ganz konkret verbessern“

Staatssekretär Karl-Josef Laumann

Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung schreibt allen Pflegeeinrichtungen in Deutschland

Staatssekretär Karl-Josef Laumann ermutigt die Pflegeeinrichtungen, attraktivere Arbeitsbedingungen für die Pflegekräfte zu schaffen. In einem Schreiben an alle rund 27.000 ambulanten und stationären Einrichtungen zeigt der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung Chancen auf, wie die Einrichtungen die aktuellen Pflegereformen des Gesetzgebers jetzt ganz konkret nutzen können, um verbesserte Arbeitsbedingungen zu schaffen. Dazu gehören für Laumann vor allem flächendeckend faire Löhne, weniger unfreiwillige Teilzeitbeschäftigungen und die Entbürokratisierung der Pflegedokumentation. Bei der Umsetzung dieser Ziele sei man natürlich auf die Unterstützung der Einrichtungsbetreiber und der Pflegekräfte angewiesen, wofür Laumann diesen ausdrücklich seinen Dank ausspricht.

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Sie haben Fragen zu den Veränderungen in der Pflegeversicherung?

Grafik Veränderungen Pflegestärkungsgesetz

Seit dem 1. Januar 2017 gilt in der Pflegeversicherung der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff. Das beinhaltet zahlreiche Neuregelungen. Wichtig für pflegebedürftige Menschen, die bereits nach dem alten Recht eine Pflegestufe hatten: Sie müssen nichts tun. Sie werden automatisch in das neue System und die neuen Pflegegrade übergeleitet. Sie werden durch die Veränderungen in keinem Fall schlechter gestellt, sondern erhalten Bestandsschutz. Darüber sowie über die neuen Pflegesätze werden Sie auch – falls das noch nicht geschehen ist – von ihrer Pflegekasse schriftlich informiert. Ausführliche Informationen über die Veränderungen hat das Bundesministerium für Gesundheit zudem auf seiner eigenen Internetseite, auf der Internetseite www.pflegestaerkungsgesetz.de sowie in den unten abrufbaren Broschüren zusammengestellt.

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Drittes Pflegestärkungsgesetz legt Grundstein für bessere Bezahlung der Beschäftigten in der Altenpflege

Staatssekretär Karl-Josef Laumann
 
Das heute vom Deutschen Bundestag beschlossene Dritte Pflegestärkungsgesetz legt den Grundstein für eine bessere Bezahlung der Altenpflegekräfte: Künftig können auch nicht-tarifgebundene Einrichtungen in den Pflegesatzverhandlungen mit den Kostenträgern einfacher Löhne bis zur Höhe des Tarifniveaus durchsetzen. Pflegekassen und Sozialhilfeträger müssen diese künftig grundsätzlich als wirtschaftlich anerkennen und entsprechend finanzieren. Die Kostenträger erhalten auf der anderen Seite ein Nachweisrecht, dass die verhandelten Löhne auch tatsächlich  bei den Beschäftigten ankommen.

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Kontakt Projektbüro Ein-STEP

Projektbüro Ein-STEP

Einführung des Strukturmodells zur Entbürokratisierung der Pflegedokumentation

c/o IGES Institut Gmbh

Friedrichstr. 180

10117 Berlin

Tel. 030 230 809 9841

projektbuero@ein-step.de

www.ein-step.de

Entbürokratisierung d. Pflegedokumentation

Leitfaden "Wie finde ich eine gute stationäre Pflegeeinrichtung?"

Ratgeber Patientenrechte

 

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