Neue Grippe, auch Schweinegrippe oder Neue Influenza genannt, wird durch das pandemische Influenzavirus A (H1N1) ausgelöst. Es handelt sich dabei um eine neue Variante eines bekannten Grippeerregers. Das Virus überträgt sich sehr gut von Mensch zu Mensch. Die meisten Menschen haben noch keine spezifischen Abwehrkräfte gegen das neue Virus entwickelt. Weltweit stecken sich sehr viele Personen an und erkranken. Man spricht daher von einer Pandemie.
Pandemie
Am 11. Juni 2009 wurde die höchste Pandemiestufe 6 von der WHO ausgerufen. Eine Pandemie liegt immer dann vor, wenn sich eine ansteckende Erkrankung innerhalb kurzer Zeit weltweit ausbreitet. Möglich ist das, wenn es sich um ein neues oder stark verändertes Virus oder Bakterium handelt, gegen das keine Immunität in der Bevölkerung vorliegt.
Momentane Situation
Nachdem Ende November im ganzen Bundesgebiet stark erhöhte Erkrankungszahlen bei Atemwegsinfektionen gemeldet wurden, nehmen die Erkrankungszahlen gegenwärtig weiter ab. Es sieht demnach so aus, als ob der Scheitelpunkt der ersten Erkrankungswelle überwunden ist. Aus den zurückliegenden Pandemien weiß man jedoch, dass sich die Krankheit in der Regel wellenartig ausbreiten kann. Es können also noch weitere Wellen folgen, in der die Menschen möglicherweise schwerer erkranken können.
Vorbeugung
Den besten Schutz vor einer ansteckenden Erkrankung bietet eine sorgfältige persönliche Hygiene. Hierzu gehören insbesondere folgende grundsätzliche Regeln:
- Saubere Hände - mehrmals am Tag eine halbe Minute lang mit Seife waschen, auch zwischen den Fingern.
- Hände vom Gesicht fernhalten!
- In die Armbeuge husten und niesen - nicht in die Hand!
- Abstand halten - wenn möglich zwei Meter zum Gegenüber, auf Händeschütteln verzichten!
Insbesondere Schwangere und chronisch Kranke sollten diese Regeln besonders sorgfältig einhalten. Zum Schutz der Gesunden sollten erkrankte Menschen zu Hause bleiben und nicht in den Kindergarten, zur Schule oder zur Arbeit gehen. Neben der Einhaltung der Hygiene-Empfehlungen erreicht man den besten Schutz für sich und für seine Umgebung mit der Impfung.
Impfung
Wie bei vielen anderen ansteckenden Erkrankungen bietet die Impfung einen wirksamen und verträglichen Schutz. Der Impfstoff gegen die Saisonale Grippe schützt aber nicht vor dem H1N1-Virus der Neuen Grippe. Es wurden deshalb spezielle Impfstoffe gegen die Neue Grippe entwickelt. Seit Ende Oktober 2009 steht der Impfstoff nun zur Verfügung. Die Impfstoffe haben Zulassungsverfahren durchlaufen und sind daher trotz der kurzen Entwicklungszeit nach üblichen Standards auf Wirksamkeit und Verträglichkeit getestet worden. Die in dem Impfstoff Pandemrix enthaltenen Adjuvanzien (Wirkverstärker) sind nötig gewesen, um innerhalb kurzer Zeit ausreichend Impfstoff für einen Großteil der Bevölkerung herstellen zu können. Beim Paul-Ehrlich-Institut (PEI) liegen, wie in anderen Staaten auch, bisher keine Hinweise für vermehrte schwere unerwünschte Wirkungen nach einer Impfung vor. Die aktuellen Daten unterstreichen ein erhöhtes Risiko von jungen Kindern und von Jugendlichen, sowohl an der Neuen Influenza A (H1N1) zu erkranken als auch schwere Krankheitsverläufe zu entwickeln.
Aktuelle Impfempfehlung
Die aktuellen Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Institutes vom 03. Dezember 2009 berücksichtigt diese Entwicklungen. Anfang Oktober war zunächst die Impfung für Medizinpersonal, chronisch Kranke und Schwangere empfohlen worden (Indikationsgruppen 1 bis 3). Nun wird empfohlen, in Abhängigkeit von der Verfügbarkeit der Impfstoffe, stufenweise die Impfung aller Indikationsgruppen durchzuführen:
- Beschäftigte in Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege mit Kontakt zu Patienten oder infektiösem Material
- Personen ab einem Alter von 6 Monaten mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens, wie zum Beispiel: chronische Krankheiten der Atmungsorgane, chronische Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten, Malignome, Diabetes und andere Stoffwechselkrankheiten, neurologische und neuromuskuläre Grundkrankheiten, angeborene oder erworbene Immundefekte mit T- oder B-zellulärer Restfunktion, HIV-Infektion
- Schwangere (vorzugsweise ab dem zweiten Trimenon) und Wöchnerinnen
- Haushaltskontaktpersonen, die eine mögliche Infektionsquelle für ungeimpfte Risikopersonen (s. 2. und 3. und Säuglinge unter 6 Monaten) sein können
- Alle übrigen Personen ab dem Alter von 6 Monaten bis 24 Jahren
- Alle übrigen Personen im Alter von 25 bis 59 Jahren
- Alle übrigen Personen ab 60 Jahren.
Schwangere
Für Schwangere empfiehlt die STIKO einen Impfstoff ohne Wirkverstärker, d.h. einen sogenannten Spalt-Impfstoff. Dieser steht in Deutschland inzwischen zur Verfügung. Auch der Impfstoff Pandemrix ist für Schwangere zugelassen. Aufgrund der besonderen Situation einer Schwangerschaft sollte jedoch vor jeder Impfung natürlich eine individuelle Beratung durch einen Arzt stattfinden.
Weitere Informationen
Nähere Informationen zur Neuen Grippe und zur Impfung bekommen Sie über die behandelnden Ärztinnen und Ärzte sowie die zuständigen Gesundheitsämter.
Das Bundesministerium für Gesundheit informiert im Internet unter folgendem Link: www.neuegrippe.de
und unter folgender Telefonnummer: 030 - 346 465 100.
Auch das Robert Koch-Institut und das Paul-Ehrlich-Institut geben auf ihren Internetseiten www.rki.de und www.pei.de Informationen zur Neuen Grippe und zur Impfung.