Beauftragter der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten und Bevollmächtigter für Pflege

Teilnahme am Projekt zur Einführung des Strukturmodells

Informationen für ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen der Langzeitpflege


Ziel: Entbürokratisierung der Pflegedokumentation

Die Initiative des Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung, Herrn Staatssekretär Laumann, zur Neuausrichtung der Dokumentationspraxis durch die Einführung des Strukturmodells, ist eine der bisher größten bundespolitischen Aktionen zur Entbürokratisierung der Pflege. Sie erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den Einrichtungs- und Kostenträgern auf Bundes- und Landesebene und deren Verbänden, den Prüfinstanzen und den Ländern.

Mit einer Teilnahme an dem Einführungsprojekt Ein-STEP (Einführung des Strukturmodells zur Entbürokratisierung der Pflegedokumentation) werden Sie zu den ersten Einrichtungen gehören, die ihr Dokumentationssystem auf das Strukturmodell umstellen. Im Folgenden finden Sie wichtige Informationen zum Ablauf des Einführungsprojekts, zu den Voraussetzungen und Erwartungen an die Teilnehmer.

Grundlage: Bundesweite Implementierungsstrategie

Für die Einführung des Strukturmodells wurde unter Mitwirkung aller relevanten Instanzen eine bundesweite Implementierungsstrategie erstellt, die Sie auf der Internetseite des Pflegebevollmächtigten (http://www.patientenbeauftragter.de/index.php/2-uncategorised/32-downloads-zum-neuen-strukturmodell-version-1-0) herunterladen können. Für die Umsetzung dieser Strategie wurde im Auftrag des Pflegebevollmächtigten durch das IGES Institut in Berlin das Projektbüro Ein-STEP eingerichtet.

Das Projektbüro ist für die zentrale Koordination und Steuerung der bundesweit angelegten Aktivitäten zur Einführung des Strukturmodells verantwortlich. Es arbeitet u.a. eng mit den Verbänden der Pflegebranche zusammen, die im Rahmen der Implementierungsstrategie für die Verbreitung in der Fläche zuständig sind. Die zentrale Projektsteuerung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) und dem Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa).

Unterstützung der teilnehmenden Pflegeeinrichtungen durch die Verbände

Die Verbände stellen qualifiziertes Personal als Multiplikatoren zur Verfügung, die die teilnehmenden Pflegeeinrichtungen bei der praktischen Umsetzung unterstützen und beraten. Diese Multiplikatoren werden von Mitte März bis Ende Mai 2015 durch das Projektbüro geschult.

Bei einer Teilnahme am Einführungsprojekt sind die Multiplikatoren Ihres Verbandes für Sie vor Ort Ihr direkter Ansprechpartner zu inhaltlichen und organisatorischen Fragen sowie für die Schulung Ihrer Einrichtung.

Was bringt Ihnen die Teilnahme an dem Projekt zur Einführung des Strukturmodells?

Ziel des Projekts ist die bundesweite Einführung und Umsetzung einer schlanken Pflegedokumentation in mindestens 25% der stationären Pflegeeinrichtungen und ambulanten Pflegedienste. Als teilnehmende Einrichtung erhalten Sie unmittelbare Unterstützung durch die Multiplikatoren der Verbände. Ferner haben Sie Gelegenheit, an fachlichen und juristischen Fragestellungen sowie am Austausch zur praktischen Umsetzung des Strukturmodells mitzuwirken.

Bei einer Teilnahme am Einführungsprojekt verwenden Sie Schulungsmaterialien, die zentral vom Projektbüro entwickelt und veröffentlicht werden, damit durch ein bundesweit einheitliches Vorgehen wesentliche Aspekte der fachlichen Umsetzung qualitätsgesichert und für alle Beteiligten verbindlich sind.

Sie werden zu regionalen Reflexionstreffen der teilnehmenden Pflegeeinrichtungen eingeladen, die von den Multiplikatoren der einzelnen Verbände organisiert werden. Über diese Treffen sowie die unmittelbare Kommunikation mit den Multiplikatoren fließen Ihre Erfahrungen in den bundesweiten Einführungsprozess ein. Das Projektbüro bündelt alle Erkenntnisse und stellt sie über seine Website allen Beteiligten in aufbereiteter Form zur Verfügung.

Einbindung der Prüfinstanzen

Auch in den Medizinischen Diensten, den Heimaufsichten der Länder und dem Prüfdienst der Privaten werden Schulungen für Multiplikatoren durchgeführt, um Ihnen bei Qualitätsprüfungen mit entsprechendem Sachverstand zu begegnen und Sie eventuell im Vorfeld auch zu beraten.

Voraussetzungen und Erwartungen an die teilnehmenden Einrichtungen

Eine Teilnahme bedeutet: Sie haben sich entschieden, Ihr bisheriges Dokumentationssystem auf das neue Strukturmodell auszurichten und von dem neuen System zu profitieren. Hierzu bedarf es der internen Steuerung dieses Prozesses und der Schulung Ihrer Mitarbeiter/innen. Es geht nicht nur um die Einführung eines neuen Formulars in Form der Strukturierten Informationssammlung (SIS), sondern um eine umfassende Neuausrichtung Ihrer bisherigen Dokumentationspraxis.

Das Projekt „Umstellung der Pflegedokumentation" sollte daher in Ihrem Betrieb die erforderliche Aufmerksamkeit erhalten.

Ferner: Ihr Pflege- und Qualitätsmanagement muss diese Umstellung aktiv begleiten und darauf eingestellt sein, dass bisherige interne Verfahrensanweisungen und das Qualitätshandbuch im Rahmen dieses Prozesses sukzessive überarbeitet und angepasst werden.

Was wird aus dem bisherigen (EDV-)System zur Pflegedokumentation?

Im Rahmen der Implementierungsstrategie sind die Verbände, das Projektbüro und die Dokumentationsbranche (Software- und Papier) im Austausch, um entsprechende Angebote einer angepassten und schlanken Lösung für die Neuausrichtung der Pflegedokumentation zu unterstützen.

Wenn Sie ein selbsterstelltes Konzept zur Pflegedokumentation nutzen (in Papierform oder technisch unterstützt), haben Sie natürlich die Möglichkeit, das bisherige System (z.B. durch eine kleine Arbeitsgruppe) sofort selbstständig und flexibel entlang der Vorgaben des Strukturmodells für Ihre Einrichtung zu verändern.

Mit Ihrer Teilnahme erklären Sie sich zu Folgendem bereit:

  • Benennung einer verantwortlichen Person als zentraler Ansprechpartner im Rahmen der Teilnahme an dem Projekt.
  • Teilnahme mindestens einer Person aus Ihrer Einrichtung bzw. Ihrem Dienst an einer voraussichtlich 2-tägigen Schulung durch den zuständigen Multiplikator des Verbandes. Diese Person sollte geeignet sein, im Anschluss ggf. weitere Beschäftigte Ihrer Einrichtung/Ihres Dienstes in der Anwendung des Strukturmodells zu unterweisen. Ferner ist die Teilnahme an voraussichtlich zwei halbtägigen Treffen erforderlich, bei denen Vertreter aus mehreren Einrichtungen unter Leitung des Multiplikators den Verlauf der Einführung reflektieren.
  • Ausschließliche Verwendung der zentral vom Projektbüro erarbeiteten bundeseinheitlichen Schulungsmaterialien als Grundlage des internen Schulungsprogramms.
  • Umsetzung des Konzepts der Strukturierten Informationssammlung (SIS) in unveränderter Form und Anwendung der SIS ausschließlich durch entsprechend geschulte Pflegefachkräfte.
  • Bereitschaft zur Beteiligung an Maßnahmen zur begleitenden Evaluation des Projekts.

Effekte und Perspektiven: Was können Sie erwarten?

Die Erprobung des Strukturmodells im Rahmen eines Praxisprojekts (Abschlussbericht auf der Webseite des Pflegebevollmächtigten) hat gezeigt, dass die Entbürokratisierung der Pflegedokumentation zu wichtigen Zielen jeder Pflegeeinrichtung einen Beitrag leisten kann:

  • Entlastung und Motivation Ihrer Mitarbeiter durch die Umstellung auf eine Pflegedokumentation, die fachlichen Kriterien standhält aber gleichzeitig übersichtlich, praxistauglich und zeitschonend ist.
  • Mehr Zeit für die direkte Pflege und Betreuung hilfe- und pflegebedürftiger Menschen.
  • Beitrag zur betrieblichen Gesundheitsförderung, indem die Pflegedokumentation keinen zusätzlichen Belastungsfaktor mehr im beruflichen Alltag darstellt und die fachliche Kompetenz Ihrer Pflegefachkräfte gestärkt wird.

Die Multiplikatoren Ihres Landesverbandes werden Sie bei der Umstellung Ihrer Dokumentationspraxis in Zusammenarbeit mit den Regionalkoordinatoren und dem zentralen Projektbüro bei diesem Prozess unterstützen.

Aktuelle Meldungen zum Thema Entbürokratisierung

Kontakt Projektbüro Ein-STEP

Projektbüro Ein-STEP

Einführung des Strukturmodells zur Entbürokratisierung der Pflegedokumentation

c/o IGES Institut Gmbh

Friedrichstr. 180

10117 Berlin

Tel. 030 230 809 9841

projektbuero@ein-step.de

www.ein-step.de

Entbürokratisierung d. Pflegedokumentation

 

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